Schwere- und Druckgefühl in den Beinen

Durch erhöhten Gewebedruck in pathologischen venösen und lymphatischen Gefäßen gerade der unteren Extremität, die einem erhöhten hydrostatischen Druck ausgesetzt ist, kommt es zu einem meist belastungsabhängigen, abends und mit vermehrter körperlicher Belastung zunehmenden Druck- und Spannungsgefühl im betroffenen Bein (v. a. der Wade und dem Fuß), das sich bis zum Schmerz steigern kann.
Patienten mit erhöhtem Gewebedruck aufgrund pathologischer Gefäßveränderungen, gerade an den unteren Extremitäten, können durch Kompression, Hochlagerung und intermittierende Bewegung eine deutliche Entlastung des Druck-/Spannungsgefühls und der vor allem abendlichen und belastungsabhängigen Schmerzen erfahren.
Dies gilt vor allem für Patienten mit mit venösen und lymphatischen Malformationen.

Typisch hierfür ist die bei körperlicher Belastung und langem Stehen oder langem, unbeweglichen Sitzen langsam zunehmende Symptomatik, vor allem gegen Abend und bei hoher körperlicher Beanspruchung und Stress. Es kann eine zunehmende abendliche Schwellung insbesondere am Unterschenkel, Sprunggelenk und Fuss resultieren durch ein hochdruckbedingtes Gewebeödem. Schließlich finden sich Hautzeichen der chronisch venösen Insuffizienz.

Vermeidung von längeren Perioden des unbeweglichen Sitzens und Stehens (fast immer beruflich bedingt) ohne jede Bewegung ist hier notwendig. Praktisch heisst dies nicht länger als 15 – 20 min bewegungslos sitzen oder stehen, sondern dann die Position verändern und vor allem auch einmal kurz für 1 – 2 min Laufen und erst dann wieder zurückkehren zu der sitzenden Tätigkeit.

Intermittierendes Hochlagern der betroffenen Extremität ist gerade bei Computer- und Büroarbeit ebenfalls hilfreich, da es den Gefäßdruck in der Extremität vermindert. Dies ist besonders hilfreich bei venösen Malformationen, da hier die prall gefüllten Venenräume leichter auslaufen können bei Hochlagerung (Druckentlastung). Praktisch also immer wieder zwischendrin das betroffenen Bein auf einem Stuhl hochlagern bei sitzender Tätigkeit oder den betroffenen Arm über dem Kopf ablagern für eine gewisse Zeit.

Vermeidung von Perioden von sehr starker körperlicher Aktivität (schnelles Rennen) oder sehr lange durchgeführter mittelstarker Aktivität (langes Joggen) in Phasen eines hohen Gewebedrucks ist hilfreich. Lange Spaziergänge können dagegen durchaus förderlich sein, da durch die Muskelpumpe insbesondere vermehrte Lymphe und Ödem an der unteren Extremität besser abtransportiert werden kann und die Beinvenen ausgepumpt werden. Auch starke körperliche Belastung ist möglich in symptomarmen Zeiten, in denen es den Betroffenen gut geht.

Video: Hoher venöser Druck innerhalb einer venösen Malformation. Der hohe Druck ist sichtbar durch den schnellen Blutaustritt bei Direktpunktion aus einer Punktionsnadel vor einer minimal-invasiven Therapie. ©Wohlgemuth