Ernährung und Diät

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Einfluss der Ernährung speziell auf das Lymphödem liegen vor, konnten jedoch bisher keinen eindeutigen Vorteil einer bestimmten Art der Diät nach evidenzbasierten Kriterien nachweisen.

Einen gesichert positiven Effekt sowohl auf ein Lymphödem (bei Lymphatischer Malformation) als auch ein Phlebödem (bei Venöser Malformation oder arteriovenöser Malformation) hat die Reduktion des Körpergewichts durch kalorienreduzierte Kost. Dieser positive Effekt ist ausgeprägt und wissenschaftlich gesichert und reduziert direkt proportional den erhöhten Gewebedruck in den unteren Extremitäten.

Übergewicht wirkt bei Patienten mit Gefäßfehlern an den unteren Extremitäten zusätzlich negativ auf die Gelenke und den Bewegungsapparat, die ebenfalls direkt an dem Erkrankungsprozess beteiligt sein können. Die genaue Art der „Diät“ beziehungsweise Basis der Gewichtsreduktion ist dabei nicht erheblich, der positive Effekt der Gewichtsreduktion ist davon unabhängig.

Diuretika und diuretisch wirkende Diäten sind nicht nur ineffektiv bei Lymphödem, sondern können sogar zu einer Verschlechterung führen.  Medikamentöse Entwässerung kann über eine Erhöhung der Konzentration von außerhalb des Gewebes liegenden, interstitiellen Proteinen zu einer Chronifizierung und Verhärtung des Lymphödems führen.

Individuell angesetzte Diäten, die nicht auf Dauer von einer ganzheitlichen, physiologischen Ernährung abweichen, können im Einzelfall hilfreich und sinnvoll sein. Aus medizinischer Sicht hat sich hier jedoch noch keine einzelne Diät als überlegen herausgestellt.