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Sildenafil, ein Phosphodiesterasehemmer, der unter anderem in der Behandlung der pulmonalarteriellen Hypertonie eingesetzt wird und vasodilatatorische Effekte hat, soll nach kasuistischen Publikationen einen positiven Effekt auf lymphatische Malformationen haben. Der dahinter liegende pathophysiologische Mechanismus ist unklar, der in den Publikationen vorgeschlagene vasodilatatorische Effekt ist unplausibel. Gerade Lymphatische Malformationen weisen in ihrer Wandung keine glatten Muskelzellen auf, können somit auch nicht nach Medikamentengabe dilatieren. In systematischen Anwendungen konnten diese positiven Effekte bisher auch nicht bestätigt werden.

Ein positiver Effekt im Sinne einer Minderung von chronischen Blutungen bei Gefäßanomalien des Gastrointestinaltraktes durch das Somatostatin-Analogon Octreotid wurde berichtet und ein antiangioneogenetisches Potential dahinter vermutet. Dieser Effekt könnte jedoch auch durch eine generelle Verminderung der Durchblutung des Darms bedingt sein, in dieser Indikation wird Octreotid ebenfalls eingesetzt, z. B. bei Aszites bei portalvenöser Hypertonie bei Leberzirrhose.

Aus der bekannten Beobachtung, dass sich die Epistaxis -Blutungsepisoden bei Patientinnen mit Hereditärer Hämorrhagischer Teleangiektasie während der Schwangerschaft manchmal bessern und nach der Menopause wieder verschlechtern, wurde eine mögliche Rolle für Progesteron und Östrogen in der Verminderung von chronischen gastrointestinalen Blutungen aus Angiodysplasien am Darm bei HHT / Morbus Osler postuliert. Eine prospektive multizentrische randomisierte Studie konnte diesen Effekt jedoch leider nicht bestätigen.

Bevacizumab, ein gegen Vascular Endothelial Growth Factor gerichteter Antikörper , besitzt eine antiangioneogenetische Wirkung und wurde bei Patienten mit Hereditärer Hämorrhagischer Teleangiektasie sowohl systemisch als auch lokal injiziert zur Verminderung von Blutungsepisoden bei schwerer Epistaxis und zur Behandlung von Leber-AVMs. Eine Verbesserung über bis zu 12 Monaten wurde mehrfach publiziert, teilweise aber mit Wiederkehren der Symptome nach Absetzen. Zu bedenken sind hier jedoch potentiell schwere Nebenwirkungen, v.a. Blutungen, verschlechterte Wundheilung, gastrointestinale Nebenwirkungen bis zur Perforation, Herzinsuffizienz , Proteinurie, Thrombembolien etc.