Typische Begleiterscheinungen

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T2-gewichtete, fettunterdrückte MRT des linken Knies bei einem 8-Jährigen mit zunehmend schmerzhaft eingeschränkter Knie-Streckung. Im Transversal- und im Coronalschnitt ist die Infiltration des Strecksehnenapparates gut sichtbar. Eine intraartikuläre Beteiligung lag nicht vor

Folgeschäden treten am betroffenen Körperabschnitt dann auf, wenn infolge der Ausdehnung der VM die Entwicklung benachbarter Strukturen wie Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen gestört ist. Es ist anzunehmen, daß sowohl Verdrängung, gestörte Mikrozirkulation (herabgesetzte Oxygenierung bei Kongestion ) als auch verminderter Gebrauch dabei eine Rolle spielen. Begleitend können zudem segmentale Überwuchs- und Minderwuchssyndrome auftreten, die nach neueren Erkenntnissen auf somatische Mutationen zurückzuführen sind. Diese Fälle zeichnen sich durch eine verstärkte Asymmetrie aus.

Die lokal entstehende muskuloskelettale Funktionsstörung wird zudem durch die zur kontralateralen Seite bestehende Asymmetrie weiter verschlimmert. Das Wachstum ist beeinträchtigt, was zu Schiefständen des Gesichtsschädels, der Wirbelsäule und der Extremitäten führen kann. Große VM im Gesicht können die Nahrungsaufnahme, das Gehör, die Sprache oder den Visus stören, so daß eine Therapie früh einsetzen sollte, um psychomotorische Entwicklungsverzögerungen zu vermeiden. Ausgedehnte VM an Unterarm- und Handmuskeln sind schmerzhaft und beeinträchtigen die Fingerbeweglichkeit. Das Kleinkind ist in seiner Wahrnehmung gestört. Greifen, Klettern und Schreiben werden, je nach dominanter Hand, nicht oder nur schlecht ausgeübt werden können. Diese Funktionseinbußen gilt es frühzeitig zu erkennen und anzugehen. Große VM am Bein können das Gehen und Rennen behindern, wodurch das Kind von Schulkameraden und Freunden isoliert werden kann.

Relevante motorische Beeinträchtigungen bedingen häufig Einbußen auch im sozialen Bereich. Der betreuende Arzt und das therapeutische Team dürfen sich nicht vom optischen Eindruck, den Röntgenbildern oder den aktuellen Beschwerden alleine beeindrucken lassen, sondern sich immer nach den daraus resultierenden Funktionalitäten für die Zukunft fragen. Potentielle Behinderungen sollten im Vorfeld erkannt und vermieden werden.