Therapieverfahren

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physiotherapeutische Maßnahmen
Die Bilder zeigen in der DSA eine früharterielle Kontrastierung des Nidus (Stern) einer AVM des Unterschenkels (links) sowie eine frühe venöse Drainage (Pfeile) der AVM (Mitte links). Nach Embolisation mit Ethylen-Vinyl Alkohol Kopolymer (Stern, Mitte rechts) zeigt sich die AVM in der DSA verschlossen (rechts)

AVM der Hand und des 3. Fingers. Dieser Finger ist leicht bräunlich dyskoloriert und verdickt. Am Handrücken zeigen sich im Bereich des 3. und 4. Strahls massiv dilatierte Drainagevenen mit einem großen venösen Aneurysma

Die Digitale Subtraktionsangiographie der gleichen Patientin zeigt die prominente venöse Drainage mit dem venösen Aneurysma (Pfeil, links) vor Therapie. Durch Embolisation (rechtes Bild) konnten der Nidus und die venösen Gefäße verschlossen werden und lassen sich nicht mehr nachweisen (rechts)

Nach der Embolisation zeigt sich ein deutlicher Rückgang der vormals prominenten Gefäße am Mittelfinger sowie am Handrücken, das venöse Aneurysma ist ebenfalls stark zurückgegangen und verschlossen

Die Therapie einer AVM ist sehr anspruchsvoll und erfordert sowohl klinische als auch interventionelle Erfahrung. In den frühen Stadien einer AVM können konservative Therapiemaßnahmen helfen, das Fortschreiten der Erkrankung oder ihrer Komplikationen zu verzögern (bspw. Kompressionstherapie).

Das Ziel einer invasiven Therapie ist möglichst alle Kurzschlüsse zu verschließen und damit auch die klinischen Symptome zu bessern. In einigen Fällen sowie bei einer AVF ist eine komplette Heilung möglich.

Um eine AVF sowie die Kurzschlüsse bzw. den Nidus einer AVM zu eliminieren stehen zunächst, als erste Wahl endovaskuläre Therapiemaßnahmen zur Verfügung. Diese können, je nach Lokalisation und Ausbreitung, in einigen Fällen mit nachfolgenden chirurgischen Resektionen (insbesondere bei kleinem Nidus ) kombiniert werden. Die primäre Resektion einer AVM ist meist nicht möglich.

Ziel einer endovaskulären Behandlung muss immer ein selektiver und vollständiger Verschluss des Nidus sein. Der alleinige Verschluss zuführender Arterien (beispielsweise mit Coils und Plugs), eine proximale Embolisation oder eine chirurgische Ligatur zuführender Äste führen oft nur zu einer vorübergehenden Besserung, gefolgt von einer Verschlechterung der Symptome aufgrund sich neu bildender, den Nidus versorgender zuführender Arterien und einer echten Proliferation der Läsion. Ein langfristiger Therapieplan mit meist mehreren Therapiesitzungen ist notwendig. Ein inkompletter Verschluss des Nidus führt ebenfalls zu einer Ausbreitung der AVM im Verlauf und ist damit zu vermeiden.

Die perkutane Embolisation ist nach wie vor die Therapie der ersten Wahl. Bei sehr großen AVM müssen mehrere Behandlungssitzungen geplant werden. Über einen transarteriellen Zugang, eine Angiographie werden der Nidus sowie die frühen Drainagevenen der AVM mit permanenten Flüssigembolisaten verschlossen. Als Flüssigembolisate werden Ethylen-Vinyl-Alkohol-Kopolymere, N-butyl cyanoacrylat (nBCA) sowie in seltenen Fällen auch hochprozentiges Ethanol appliziert.

Da die arterielle Versorgung des umliegenden, nicht betroffenen Gewebes geschont werden muss und eine Embolisatverschleppung in gesunde Gefäße absolut zu vermeiden ist, erfordert die Applikation des Embolisats eine große Erfahrung des Anwenders. Lässt es die Angioarchitektur der AVM zu, dass nur wenige Drainagevenen vorliegen, so ist eine Embolisation über einen retrograden transvenösen Zugang oder einen direkten perkutanen Zugang perkutane Katheterembolisation eine sehr erfolgversprechende Alternative.

Wenn es technisch anatomisch möglich ist eine AVM vollständig über eine Embolisation zu verschließen ist eine folgende vollständige Resektion des verschlossenen Nidus zu diskutieren. Vorteil hierbei ist es ein Rezidiv im Langzeitverlauf zu verhindern und das verbliebendes Embolisat, falls dieses eine Raumforderungswirkung aufweist, zu entfernen.

Unterstützend zu diesen beschriebenen Maßnahmen sollten immer auch eine Schmerztherapie in Betracht gezogen werden und physiotherapeutische Maßnahmen ergriffen werden, insbesondere dann, wenn z.B. eine Muskelkontraktur vorliegt.