Therapie

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Embolisation
Milde rechtskonvexe Skoliose im MRT (koronare, T2-gewichtete Schicht) bei einem fünf Jahre alten Patienten mit CLOVES Syndrom. Venolymphatische Malformation im linken unteren Köperquadranten

Linkskonvexe Krümmung der Lendenwirbelsäule bei einem Patienten mit CLOVES Syndrom im koronaren, T2-gewichteten MRT. Die lymphatische Malformation mit Hauptausdehnung im rechten Gesäß lässt sich auch im Bereich der untersten Wirbelkörper darstellen

S-förmige Rotationsskoliose der Wirbelsäule in der koronaren Rekonstruktion eines CT bei einer Patientin mit PTEN hamartoma Syndrom und ausgedehnter arteriovenöser Malformation (AVM) neben der Wirbelsäule. Im Hauptbiegungspunkt der Skoliose ist der Wirbbelkörper durch ein dilatieres Gefäß der AVM arodiert (Pfeil). Bei einer operativen Aufrichtung würde dieses Gefäß möglicherweise verletzt werden

Prinzipiell kommen bei der Behandlung von Patienten mit Gefäßanomalien und Skoliose dieselben Optionen in Frage wie bei idiopathischen Skoliosen. Diese sind Physiotherapie, Korsettbehandlung und operative Korrekturen. Ergänzt werden diese oft noch durch eine direkte Therapie der Gefäßmalformation.

Sekundäre Skoliosen

Die Behandlung sekundärer Skoliosen ist prinzipiell nach den gleichen Gesichtspunkten wie die der idiopathischen Skoliose durchzuführen.

Prophylaktisch muss bei einer bestehenden Beinlängendifferenz diese natürlich ausgeglichen werden (s. Extremitätenlängendifferenz).

Die Behandlung selbst richtet sich im Wesentlichen nach dem Skoliosewinkel nach Cobb und dem Alter des Patienten.

Geringgradige Skoliosen werden in der Regel mit spezieller Physiotherapie und selbsterlernten Übungen behandelt, schwerere Skoliosen mit einem Korsett. Ab einem Cobb-Winkel von 50° ist eine operative Therapie zu erwägen.

Primäre Skoliosen

Auch bei den primären Skoliosen bestehen die soeben genannten Therapieoptionen, allerdings ist deren Therapieerfolg bisher nicht mit ausreichender Evidenz nachgewiesen. Dies liegt im Falle von Skoliosen bei Gefäßanomalien an deren ausgesprochener Seltenheit und hierbei auch noch unterschiedlicher individueller Ausprägungen der Beteiligung.

Von anderen Erkrankungen mit primären oder syndromalen Skoliosen wissen wir aber, dass die nicht-operativen Maßnahmen wesentlich schlechtere Ergebnisse zeigen, als bei idiopathischen Skoliosen.

Im Rahmen von Gefäßmalformationen kommt noch dazu, dass die Korsetttherapie durch die teils schmerzhaften Gefäßfehlbildungen erschwert wird.

In der Regel wird daher die Behandlung solcher Skoliosen individuell durchgeführt. Die Bereitschaft des Behandelnden, gewisse Ausmaße der Wirbelsäulenverkrümmung zu tolerieren, ohne sie zu therapieren, wird in der Regel größer sein, als dies bei idiopathischen Skoliosen der Fall wäre.

Zudem sind die Wirbelkörper selbst oder ihre unmittelbare Umgebung zuweilen in die Gefäßmalformation einbezogen in Sinne einer Durchsetzung mit pathologischen Gefäßen. Dies erschwert die operative Behandlung der Skoliose erheblich und erfordert eine vorherige interventionelle Sanierung dieser Gefäße (z. B. mittels Sklerosierung oder Embolisation).