Thalidomid

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Thalidomid hat eine starke antiangioneogenetische Wirkung, unter anderem ist nachgewiesen ein suppressiver Effekt auf Vascular Endothelial Growth Factor (VGEF).

Eine Verminderung der Blutungsstärke bei Epistaxis bei Patienten mit Hereditärer Hämorrhagischer Teleangiektasie (Morbus Osler) wurde mehrfach publiziert.

Ebenso sind mehrere kleine Serien publiziert, bei denen durch Gefäßmalformationen bedingte gastrointestinale Blutungen verbessert wurden.

Kombinationen mit Interferon und Zoledronat wurden angewandt, ohne eine sichere Überlegenheit der Zusatzmedikation sichern zu können.

Es existieren bisher keine veröffentlichten Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit von Thalidomid bei slow-flow Malformationen.

Das hohe antiangiogene Potential von Thalidomid wird aktuell in weiteren Studien bei Patienten mit schweren Komplikationen durch Gefäßmalformationen, meistens Blutungen oder schnelle Proliferation von arteriovenösen Malformationen, untersucht.

Gesicherte schwere Nebenwirkungen existieren:

  • Der bekannte teratogene Effekt

  • Bis zu 20% der Patienten entwickeln eine periphere Neuropathie

  • Nach persönlich kommunizierten Erfahrungen soll es in hoher Dosierung zu medikamenteninduzierten psychiatrischen Störungen, insbesondere Depressionen, kommen können

Damit ist eine mögliche Wirksamkeit in sehr schwierigen Fällen denkbar, es sind jedoch auch schwere Nebenwirkungen möglich. Ein Einsatz in der klinischen Routine verbietet sich heute.