Persönliche positive Erfahrungen durch die Erkrankung

Erfahrungen und Berichte differieren hier stark.

Viele Betroffene sehen keine positiven Erfahrungen. Andere wiederum finden durchaus positive Aspekte: die Prioritäten im Leben werden klarer und wesentlicher, Toleranz fällt auch oft leichter. Die emotionale Verbundenheit mit Personen, die einem helfen, ist groß. Man erfährt tatsächlich Hilfe, erlebt Offenheit von Mitmenschen und erkennt und akzeptiert menschliche Reaktionen ohne sie zu bewerten.

Einige berichten vom frühen Auseinandersetzen mit sich selber, von größerer Toleranz gegenüber anderen Problemen des Lebens, vom frühen Lernen, das eigene Recht einzufordern und einer geringeren Anfälligkeit für &ldquoäußerliche Lebenszielerdquo bereits in jungen Jahren. Das Entwickeln von Disziplin, Durchhaltevermögen, das „Ich“ selbstbewusst wahrzunehmen und rücksichtsvoll mit sich umzugehen kann aus der Erkrankungsgeschichte resultieren. Eine gesunde Eigenliebe zu entwickeln und schließlich sehr bewusst vorhandene Freiheiten zu nutzen und zu genießen. Dankbarkeit wird intensiver erlebt: Dankbarkeit für Menschen die zuhören, für Menschen die einen medizinisch gut betreuen, für die restliche eigene Gesundheit und für Phasen mit höherer Lebensqualität.

Viel Spaß bei der Kinderbetreuung auf einem Jahrestreffen

Der Status als Schwerbehinderter hat manchmal finanzielle Vorteile wie besserer Kündigungsschutz, erleichternde Arbeitsbedingungen, bezuschusster Autokauf.

Und auch den Bundesverband (www.angiodysplasie.de) und den Austausch mit anderen Betroffenen gefunden zu haben erleben einige als positiv für sich. Hier und bei Klinikaufenthalten sind Freundschaften entstanden. Auch durch persönliches Engagement im Bundesverband ist es möglich, sich aktiv für die eigenen Interessen einzusetzen und die medizinische Behandlung und den Alltag für sich und andere zu verbessern. Das stärkt Selbstvertrauen, Kompetenz, Mitwirkung und das Annehmen der Erkrankung.

Die Erfahrungen, die die Patienten selbst und deren Angehörige machen führen in jedem Fall zu einem unmittelbareren Umgang mit dem, was für andere ein „ganz normales Leben“ ist. Dies gilt für die Tiefen ebenso wie für die Höhen des Lebens. Der immer notwendige Umgang mit den resultierenden Schwierigkeiten kann zu einer Kraft führen, die auch positive Seiten hat und zu einer Gemeinschaft führt.