LIC und DIC

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Bei Patienten mit großen venösen Malformationen kann die ständig ablaufende LIC durch weitere Aktivierung in eine disseminierte intravasale Gerinnung (disseminated intravascular coagulation = DIC ) umschlagen.

Warnhinweise hierfür sind ein permanent deutlich erhöhtes D-Dimer (> 1.8 mg/ml) und ein bereits niedrig normales oder gar erniedrigtes Fibrinogen (< 100 mg/dl) sowie das klinische Auftreten von spontanen Blutungen.

Bei Umschlagen einer LIC in eine DIC , z. B. während einer offen operativen Resektion einer VM, kann es zu massiven intraoperativen Blutungen kommen mit Thrombozytopenie , Verbrauch der Gerinnungsfaktoren und des Fibrinogens, die kaum mehr schnell genug nachgeliefert bzw. substituiert werden können. Verstärkt wird dies durch die antikoagulatorische Wirkung von Fibrinspaltprodukten sowie den Verbrauch von hyperaktivierten Thrombozyten .

Parallel dazu können im Rahmen der DIC disseminierte intravasale Mikrothrombosen auftreten. Diese Verbrauchskoagulopathie kann lebensgefährlich sein.

Typische Risikosituationen, die zum Auslösen einer DIC bei Patienten mit VM führen können, sind alle gerinnungsaktivierenden Situationen:

  • Insbesondere offene Operationen, auch Resektionen von venösen Malformationen

  • Große radiologisch-interventionelle Eingriffe, insbesondere lokale Ablationsverfahren (Radiofreqenzablation, Lasertherapien) und Sklerosierungen

  • Längere Immobilisation

  • Schwangerschaft, Hormontherapien, orale Antikoagulation

  • Größeres Trauma , insbesondere Frakturen von großen Röhrenknochen

  • SIRS , systemische Entzündungen

Besonders gefährdet sind Patienten mit großen venösen Malformationen und folgender Laborkonstellation:

  • Patienten mit hohem Verbrauch an Prothrombinkomplex (erniedrigter Faktor V, erniedrigtes Fibrinogen, erhöhte Prothrombinzeit)

  • Sehr hoher Level an Fibrinspaltprodukten, D-Dimeren

  • Stark erniedrigtes Fibrinogen