LIC – Medikamentöse Therapie

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Basis der medikamentösen Therapie der LIC bei VM ist eine milde Hemmung der plasmatischen Gerinnung. Klassische Therapie ist dabei die Gabe eines niedermolekularen Heparins (LMWH) in prophylaktischer Dosierung. Auch bei längeren, stärkeren Schmerzen und Thrombophlebitiden sind niedermolekulare Heparine sehr gut wirksam, z. B. 5 - 7 Tage einmal täglich.

Besondere Beachtung sollte die prophylaktische Heparin-Gabe vor größeren interventionellen oder offen operativen Eingriffen bei VM finden. Bei auffälligem Gerinnungslabor, ausgedehnter LIC und großer VM sollte die Gabe des Heparins bereits mindestens 3 Tage vor einem Eingriff erfolgen zur Prophylaxe des eventuellen Umschlagens der LIC in eine DIC . Dieselbe Dosis mindestens 20 Tage nach einem Eingriff weiterführen.

Die neuen bzw. direkten oralen Antikoagulantien (DOAK) sind als Anti-Xa Inhibitoren bzw. basierend auf einem analogen Wirkmechanismus wie Heparin klinisch nach bisherigen Erfahrungen ebenfalls sehr gut wirksam in der Thrombophlebitisbehandlung und - prophylaxe sowie der LIC Verminderung. Größere Studien hierzu liegen jedoch noch nicht vor, der Einsatz bleibt off-label. Der Vorteil liegt in einer relativ niedrigen notwendigen Dosis und der oralen Applikationsform . Kasuistische Erfahrungen zu Rivaroxaban und Apixaban in prophylaktischer Dosis zeigten eine klinische Wirksamkeit.

Vitamin-K Antagonisten (z. B. Marcumar) sind ähnlich wie Heparin in der Schmerzbekämpfung ebenfalls wirksam, jedoch im Gesamtprofil hier nach Risiko-Nutzen-Abwägung unterlegen. Bei Thrombembolien durch Kommunikationsvenen einer VM mit dem tiefen Leitvenensystem, insbesondere bei Zustand nach Lungenembolien, sollten diese Kommunikationsvenen interventionell oder operativ verschlossen werden. Eine Dauerantikoagulation kann dann indiziert sein.

Plättchenaggregationshemmer wie ASS oder Clopidogrel wirken bei VM sowohl klinisch als auch aus pathophysiologischen Gründen weniger gut, da sie statt der plasmatischen Gerinnung nur die Thrombozytenaggregation hemmen, die bei der LIC innerhalb der VM im Gegensatz zum KMP eine deutlich geringere Rolle spielt.

In diesem Zusammenhang nicht effektiv und sinnvoll sind Kortison , Interferon oder Propranolol.