Komplexe kombinierte Entstauungstherapie

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Die komplexen kombinierten Entstauungstherapien umfassen meist die professionelle Anleitung und Durchführung von Hautpflege und -hygienemaßnahmen, manuelle Lymphdrainagetechniken, angewandte dynamische Kompressionsbandagen und begleitende Bewegungstherapie. Gerade durch die Kombination und zielgerichtete Anwendung können auch atypische, umschriebene Ödemtypen oder schwere Ödemformen behandelt werden.

Postoperative narbige Einschnürung und Blockade des Lymphabflusses durch falsche operative Schnittführung mit zirkulärer Durchtrennung der Lymphleiter. Distaler Aufstau der Lymphe (Pfeil) mit deutlichem Lymphödem im Bereich der Ferse

Zeitlich untergliedert sich die Anwendung in eine intensive, zum Teil stationäre Behandlungsphase zur Reduktion des Extremitäten - beziehungsweise Ödemvolumens sowie des Ödemdrucks und eine anschließende zweite Erhaltungsphase, die auf den langfristigen Erhalt der gewonnen Volumenreduktion abzielt und zuhause weiter durchgeführt wird.

Diese intensive Therapieform, die eher schwierigeren Ödemformen vorbehalten ist, ist sehr effektiv, Ödemvolumenreduktionsraten bis 68% sind publiziert.

Die Effektivität ist in der Frühphase des Lymphödems, noch ohne größere fibrolipomatöse Gewebeverhärtungen , deutlich höher als in der Spätphase, die oft unumkehrbar ist.

Dies verdeutlicht wiederum die Notwendigkeit der frühzeitigen Ödembehandlung vor Eintreten von permanenten, irreversiblen Schädigungen.