Körperliche Fragen

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Viele Frauen insbesondere mit größeren venösen Malformationen erleben um die Zeit ihrer Periode häufig eine vorübergehende Verschlechterung der Symptomatik , insbesondere der Schmerzen. Dies ist wahrscheinlich durch hormonell bedingte Veränderungen der Gerinnungsbereitschaft des Blutes bedingt mit Auftreten von vermehrten schmerzhaften Thrombophlebitiden beziehungsweise LIC innerhalb der VM. Sicherlich erscheint es sinnvoll in der entsprechenden Zeit neben der konsequenten Kompressionstherapie entsprechende zu starke körperliche Belastungen sowie langes Stehen und Sitzen ohne Bewegung zu vermeiden. Diese Verschlechterung hat vorübergehenden Charakter.

Ausgedehnte venöse und kombinierte venolymphatische Malformationen der unteren Extremität betreffen oft den gesamten Körperquadranten einer Seite, also inklusive des Gesäßes und auch des Genitalbereichs bei Frauen (Schamlippen) und Männern (Hodensack).

Insbesondere venöse Malformationen erstrecken sich oft bei männlichen Patienten auch auf das ipsilaterale Scrotum , etwas seltener auch auf den Penis. Dies ist bei Männern, auch bei größerer Ausdehnung, meist relativ wenig symptomatisch und eher kosmetisch auffällig. Die Sexualfunktion und Fruchtbarkeit ist beim Mann hier in den meisten Fällen nicht gestört, da die Veränderungen meist epifaszial liegen. Eine invasive Therapie (Sklerotherapie) ist nur selten notwendig, aber durchaus möglich und erfolgreich.

Bei Frauen ist häufig auf der gleichen Seite meist das Labium majus (meist einseitig, seltener beidseitig) mit betroffen, gerade bei ausgedehnten venösen oder lymphatischen Malformationen. Hier kommt es häufiger zu auch schmerzhaften Thrombophlebitiden mit dann zunehmender Schwellung / Volumenzunahme, gerade auch im Zusammenhang mit der Periode. Größere Thrombophlebitiden können auch zu teilweise großen lokalen schmerzhaften Schwellungen führen, die dann u. a. die Sexualfunktion beeinträchtigen und beim Sitzen oder Fahrradfahren schmerzhaft sind. Bei Frauen ist daher eine invasive Therapie durch Sklerotherapie eher indiziert. Da Resektionsoperationen zu lokalen Sensibilitätsstörungen und auch deutlichen Blutungen führen können, ist dies eine Domäne der Sklerotherapie , die mit guten Ergebnissen durchgeführt werden kann. Wichtig ist hier eine entsprechende Anamneseerhebung, die diese Problematik auch beinhaltet, da Patientinnen hiervon weniger oft von selbst berichten.

Es wird zuweilen von Patienten, die eine Gefäßanomalie im Genitalbereich haben, die Befürchtung geäußert, dass hier insbesondere beim Geschlechtsverkehr Blutungen ausgelöst werden könnten. Diese Gefahr besteht in aller Regel nicht, da es sich um slow-flow Malformationen handelt, die nicht unter arteriellem Druck stehen. Der Geschlechtsverkehr kann jedoch schmerzhaft sein, wenn gerade eine Thrombophlebitis vorliegt.

Da eine orale Kontrazeption („Antibabypille“) einen Einfluss auf die Blutgerinnung haben kann, insbesondere auch die Blutgerinnung verstärken kann, kann es hierunter zu vermehrten Schmerzen und auch Thrombophlebitiden bei Patientinnen mit venösen Malformationen kommen. Zudem besteht die Möglichkeit, dass unter dem Hormoneinfluss, ähnlich wie bei einer Schwangerschaft, insbesondere eine arteriovenöse Malformation in eine Proliferation übergehen kann. Ähnliches gilt auch für die Hormonersatztherapie in der Postmenopause . Da für diese möglichen Verschlechterungen v. a. die Kombination aus östrogen- und gestagenhaltigen Kontrazeptiva verantwortlich gemacht wird, sollte wenn möglich ein Monopräparat in geringer Dosierung gewählt werden. Zu beachten ist hierbei ein etwas schlechterer Verhütungseffekt bei zeitlich unregelmäßiger Einnahme.

Zudem erhöht sich nach vorhandenen Studien je nach verwendetem Gestagenanteil unterschiedlich stark die Neigung zu tiefen Beinvenenthrombosen. Daher ist bei der Verwendung eines Kombinationspräparates aus Östrogen- und Gestagenanteil eher ein Präparat mit einem als niedriger eingeschätzten Thromboserisiko (Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat) zu rezeptieren.

Falls auch Monopräparate nicht vertragen werden, steht als Alternative auch ein hormonhaltiger Vaginalring zur Verfügung, der nur geringe Bluthormonspiegel abgibt. Als Alternative kommen auch rein mechanische Verhütungsmethoden (z. B. „Spirale“) oder bei abgeschlossener Familienplanung auch die Sterilisation eines der Lebenspartner in Frage.