KMP Invasive Therapie

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Zur schnellen Verbesserung der Gerinnungssituation sind invasive Therapiemassnahmen auch bei Säuglingen und Kleinkindern gerechtfertigt.

Eine offen operative Resektion des Gefäßtumors ist im Akutstadium meist nicht oder nur teilweise möglich. Grund sind die diffuse Infiltration des KHE durch mehrere Gewebeschichten, die schlechte Abgrenzbarkeit zum nicht infiltrierten Gewebe, das gleichzeitig vorliegende Lymphödem sowie die zum Teil große Ausdehnung der Tumoren an anatomisch ungünstiger Stelle. Dies bei einer gleichzeitig bestehenden sehr schwierigen Gerinnungssituation mit oft instabilem Gesamtzustand des Patienten im Gerinnungsversagen.

Resektion
Digitale Subtraktionsangiographie einer radiologisch-interventionellen Embolisation eines Säuglings mit KHE mittels Partikeln über einen Mikrokatheter (roter Pfeil = Spitze des Katheters). Durch den transarteriellen Verschluss der Tumorgefäße wird die Kontaktfläche zur pathologischen Thrombozytenaktivierung am Tumorendothel stark reduziert und das Kasabach-Merrit-Phänomen kann durchbrochen werden

Die interventionell-radiologische, perkutane , transarterielle Embolisationstherapie des KHE/TA mit dem Ziel einer zumindest teilweisen Devaskularisation stellt gerade auch in der klinisch schwierigen Gerinnungssituation eines KMP eine gute invasive Alternative dar. Durch die interventionelle Devaskularisation kommt es direkt zu einer deutlich geringeren Thrombozytenaktivierung durch den verminderten oder teilweise je nach Radikalität der Embolisation dann ganz fehlenden Kontakt der Thrombozyten mit dem pathologischen Tumorgefäß endothel . Die Gerinnungsparameter können sich bereits 24 Stunden nach der Embolisation massiv verbessern. Durchgeführt wird diese Embolisation meist als Partikelembolisation über Mikrokatheter unter prophylaktischer Antikoagulation . Spezielle Kenntnisse in der pädiatrisch-interventionellen Radiologie sind hier bei den Säuglingen hilfreich, der Eingriff ist entsprechend erfahrenen interdisziplinären Zentren in der Zusammenarbeit von Interventioneller Radiologie, Pädiatrie, Kinderchirurgie und Anästhesie vorbehalten.