Klinisches Erscheinungsbild

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Linksherzbelastung
Deutliche Schwellung des 2. und 3. Fingers durch eine AVM i.S. eines Phlebödems. Trotz eleviertem Arm und Hand zeigen sich aufgrund des hohen Venendrucks prominente Drainagevenen am Handrücken sowie am Unterarm

AVM des Fußes, nach präoperativer Embolisation sowie Vorfußamputation zeigen sich noch ulceröse Veränderungen sowie eine deutliche Hyperplasie des verbliebenen rechten Fußes bei postoperativ großem verbliebenem Anteil der AVM

Ulcerationen der Fingerkuppen des 2. und 3. Fingers der linken Hand bei fortgeschrittener AVM. Trotz der erhobenen Hand lassen sich deutlich dilatierte Drainagevenen nachweisen, da diese unter hohem Druck stehen und sich nicht entleeren

Über 4 Jahre bestehende, chronische Ulceration im Bereich der Kniescheibe bei umgebender AVM. Innerhalb der entzündlich belegten Ulceration zeigen sich nach Therapie kleine schwarze Embolisatpartikel

Schaubild: Schobinger-Klassifikation

Die Tendenz der AVM zur Progression führt meist in der zweiten oder dritten Dekade des Lebens zu einer klinischen Manifestation des Krankheitsbildes.

In oberflächlicher Lage erscheint eine AVM palpatorisch durch den hohen Blutdurchfluss typischerweise als überwärmte, pulsierende Läsion. Die darüber liegende Haut kann, ganz ähnlich einer kapillären Malformation, flächig gerötet sein, sie ist aber im Gegensatz zur kapillären Malformation überwärmt. Befindet sich die AVM an einer Extremität , so kann der Puls der entsprechenden zuführenden Extremitätenarterien - meist auch im Vergleich zur Gegenseite - verstärkt getastet werden. Diese erhöhte Pulsatilität sowie ein gewisser raumfordernder Charakter der AVM lassen sich im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf manchmal bereits inspektorisch erahnen. Zusätzlich können durch den sich stetig langsam erhöhenden Blutdurchfluss durch die AVM im weiteren Verlauf auch dilatierte, oberflächliche, Drainagevenen oder Phlebödeme durch die venöse Hypertension in Erscheinung treten.

Manchmal kommt es begleitend auch zu einer Gewebehyperplasie .

Mögliche weitere klinische Erscheinungsbilder ergeben sich durch Komplikationen im natürlichen Verlauf. Diese betreffen vor allem das umgebende Weichteilgewebe i.S. einer umgebenden Gewebeischämie bis hin zur Ausbildung einer Gangrän, einer venösen Stase mit dilatierten , insuffizienten Venen, einer chronisch venösen Insuffizienz mit Stauungsdermatitis oder die Entwicklung von Ulcera. Im fortgeschrittenen Stadium kann klinisch eine kardiale Belastung manifest werden.

Schobinger schlug 1990, bei einem Workshop der ISSVA , ein klinisches Einstufungssystem für AVM vor, das auch gegenwärtig noch von mehreren Experten genutzt wird:

Stadium I

Klinisch unauffällige Läsion, ggf. Überwärmung und Verfärbung der Haut

Stadium II

An Volumen zunehmende warme Läsion mit Strömungsgeräusch

Stadium III

Schmerz, Destruktion von Gewebe durch die AVM mit bspw. Ulcera , Blutungen und Infektionen

Stadium IV

Erhöhtes kardiales Auswurfvolumen mit Herzversagen