Hautpflege

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Die durch eine Gefäßanomalie betroffene Haut ist oft direkt (Hautinfiltration durch den Gefäßfehler) oder indirekt (z. B. durch chronische Entzündungen, hohe Gewebedruckbelastung durch Lymphödem oder Phlebödem oder Lymphorrhoe ) besonders empfindlich für Verletzungen, Entzündungen oder Wunden. Hierzu kommt noch die mechanische Mehrbelastung der Haut durch eine Kompressionsware.

Der mechanische Schutz vor Hautverletzungen, die häufig auch etwas schlechter abheilen, ist daher besonders wichtig.

Betroffene Hautstellen können auch im Rahmen der Grunderkrankung besonders trocken oder sogar eher feuchter sein bzw. zum Schwitzen neigend sein.

Durch einen erhöhten Gewebedruck, besonders am Unterschenkel und Fuss bei Patienten mit venösen und lymphatischen Malformationen, kommt es noch zu einer zusätzlichen Hautbelastung.

Im Bereich einer ausgedehnten kapillären Malformationen, vor allem im Zusammenhang mit einem Klippel-Trenaunay Syndrom, können sich kleine, meist mit blutig tingierter Lymphe gefüllte, stecknadelkopfgroße Stippchen an der Haut bilden ( Petechien ). Diese sind sehr empfindlich für auch geringe mechanische Belastung und können bei Berührung anfangen auszulaufen und klare oder blutig tingierte Lymphe absondern. Dann kann ein interventioneller Verschluss durch lokale Sklerosierung der Lymphgefäße indiziert sein (Vorstellung im Zentrum).

chronische Entzündungen
Kleine, stippchenförmige Petechien auf einer kapillär -venolymphatischen Malformation des Beines (rechts Ausschnittsvergrößerung)

Einerseits ist ein gewisser mechanischer Schutz durch Kleidung oder Kompressionsware möglich, adäquate Kleidung und Kompressionsware bieten einen gewissen Schutz vor mechanischen Hautirritationen. Sehr wichtig aber auch hier der korrekte Sitz, gerade von Kompressionsware, da hierdurch die Haut auch geschädigt werden kann. Damit ist individuell maßangefertigte Kompressionsware obligat bei Patienten mit Gefäßanomalien, insbesondere da die Extremitäten hier häufig auch ungewöhnlich und außerhalb der Norm konfiguriert sind.

Besonders wichtig ist der korrekte Sitz der Kompressionsware in der Kniekehle und an der Rückseite des Fusses bzw. am Rist. Diese Stellen sind der stärksten mechanischen Belastung ausgesetzt. Wenn die Kompressionsware hier nicht perfekt sitzt besteht eine deutlich erhöhte Hautbelastung. Schlecht sitzende Kompressionsware muss neu angefertigt werden.

Eingenähte oder eingelegte Pelotten zur Erhöhung der lokalen Kompression können sehr sinnvoll sein, müssen aber ebenfalls besonders gut sitzen, sonst droht hier erst recht die Gefahr einer Hautverletzung.

An betroffener Haut immer einen adäquaten starken Sonnenschutz als Salbe, Spray oder Lotion auftragen vor Sonnenexposition. Dies ist besonders wichtig aufgrund der oft begleitend vorliegenden Dyskolorationen der Haut (z. B. rötliche Hautfärbung bei kapillärer Malformation), die die frühzeitige Erkennung von ersten Zeichen eines Sonnenbrandes mit leichter Hautrötung schwer erkennen lassen.

Die betroffenen empfindlichen Hautstellen müssen besonders gut sauber gehalten werden. Bei konstitutionell oder im Rahmen der Grunderkrankung eher trockenem oder feuchtem Hauttyp an der betroffenen Stelle ist die regelmäßige Hautpflege mit entsprechenden Präparaten sinnvoll. Bei dem Präparat auch auf den pH-Wert achten, da der physiologisch etwas saure pH-Wert der Haut eine Infektprophylaxe darstellt. pH-Neutrale, rückfettende Präparate ohne zusätzliche Substanzen helfen auf Dauer lokale Allergien und Hautreaktionen zu vermeiden.