Granuloma pyogenicum

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Typischerweise findet man das häufige GP an der Haut oder den Schleimhäuten in Form von stecknadelkopfgroßen, roten, polypoiden stark vaskularisierten Knoten, teilweise auch mit Ulzerationen . Die Pathogenese des GP wird immer noch diskutiert. Neben der Annahme, dass es sich um einen gutartigen Gefäßtumor handelt, gibt es auch die Theorie, dass das GP einer reaktiven Hyperplasie entspricht. Der Name pyogenicum legt eine Ätiologie im Zusammenhang mit einer Infektion nahe, dies ist jedoch irreführend. Feingeweblich ähnelt die Läsion sehr dem Granulationsgewebe , woraus sich zunächst die Annahme ergab, dass hier eine infektiöse Genese zu Grunde liegt. GP treten bei Männern und bei Frauen auf und sind in jedem Alter zu finden. In ca. 1/3 der Fälle entsteht das GP in Folge eines Minimaltraumas, wobei auch hier der genaue Entstehungsmechanismus nicht bekannt ist. Das GP wächst sehr schnell und erreicht nach wenigen Wochen bis Monaten seine maximale Größe die zwischen wenigen Millimetern bis hin zu einigen Zentimetern liegt. Auf der Haut oder der Schleimhaut sieht man nun einen polypoiden , dunkelroten Knoten der sehr leicht blutet und Ulzerationen aufweisen kann.

Granuloma pyogenicum an der linken Schläfe eines Kleinkindes. Charakteristisch ist ebenfalls die umgebende Hautrötung, die durch eine permanente Abdeckung des GP mit einem Pflaster und hiermit verbundener Hautreizung hervorgerufen wird ("Pflaster-Zeichen")

Klinisch ist das GP sehr charakteristisch und ermöglicht oft eine gute Abgrenzung gegenüber malignen Gefäßtumoren . Allerdings ist im Kindesalter die Abgrenzung vom sog. Spitz-Naevus, einem häufig ebenfalls als rötlicher Knoten sichtbaren Muttermal, oft nicht eindeutig möglich. Häufig erfolgt daher eine chirurgische Entfernung zur feingeweblichen Untersuchung, die bei rezidivierenden Blutungen ohnehin angezeigt ist.

Sonderformen des GP stellen das Granuloma gravidarum (GG) und das intravenöse GP dar. Das GG entsteht typischerweise im ersten Trimester der Schwangerschaft im Bereich der Gingiva . Klinisch und histologisch entsprechen sie dem GP und zeigen häufig eine Rückbildung nach der Geburt. Intravenöse GP sind häufig im Kopf-Hals-Bereich lokalisiert. Hier finden sich rot-braune intravaskuläre Polypen, die oft als organisierter Thrombus interpretiert werden. Sie leiten sich von den Endothelien ab und sind weiterhin mit der Gefäßwand verbunden. Auch sie zeigen feingeweblich denselben Aufbau wie ein GP.