Computertomographie

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Technik

Die Computertomographie ( CT ) ist ein radiologisches Schnittbildverfahren, welches auf der Anwendung von Röntgenstrahlen basiert.

Embolisationsmaterialien
Moderner Computertomograph

Ein System aus rotierender Röntgenröhre und einem gegenüberliegenden Detektor ermöglicht die Messung der Röntgendichte (Einheit: Hounsfield-Einheit HE) der im Strahlengang liegenden Gewebe mit einer hohen Ortsauflösung. Aus dem Rohdatensatz können sowohl klassische Schnittbilder als auch verschiedene 3D-Ansichten rekonstruiert werden. Mit Hilfe von intravenös appliziertem jodhaltigem Kontrastmittel können Gefäßstrukturen gezielt sichtbar gemacht werden, sog. CT -Angiographie (CTA).

Bedeutung der Computertomographie ( CT ) in der Diagnostik von Gefäßanomalien

Aufgrund des geringeren Weichteilkontrastes spielt die Computertomographie im Gegensatz zur Magnetresonanztomographie (MRT) eher eine untergeordnete Rolle zur Klassifikation von Gefäßmalformationen. So sind Gefäßstrukturen nativ meistens isodens zum Muskelgewebe. Knöcherne Strukturen hingegen lassen sich aufgrund der hohen Dichteunterschiede zwischen Knochen und Weichteilen hervorragend mittels Computertomographie in 3 Dimensionen beurteilen. Intraossär gelegene Gefäßmalformationen, sowie durch sie hervorgerufene knöcherne Deformitäten und Destruktionen können daher sehr genau mittels Computertomographie dargestellt werden. CT -Scanner der neuesten Generation können heute auch Perfusionsmessungen und Gefäß perfusion 3-dimensional in hoher zeitlicher Auflösung darstellen.

CT AVM
Computertomographie-Angiographie (CTA) einer pulmonalen AV-Malformation im rechten Unterlappen (Pfeile). Die 3D-Rekonstuktion veranschaulicht den Befund

Typische Befunde

  • Venöse Malformation: Sie ist nativ isodens zur Muskulatur und nimmt erst spät etwas Kontrastmittel auf (sogenanntes pooling). Kontrastmittelaussparungen innerhalb der venösen Malformation deuten auf Thromben hin. Phlebolithen kommen als lamellierte rundliche Verkalkungen sehr gut zur Darstellung.

  • Lymphatische Malformation: Die Zysten lymphatischer Malformationen sind meistens hypodens zur Muskulatur und nehmen gelegentlich randständig diskret Kontrastmittel auf. Proteine und Blutabbauprodukte können ähnlich wie in der Magnetresonanztomographie Flüssigkeit-Flüssigkeit-Spiegel (fluid-fluid level) innerhalb der Zysten hervorrufen. Gelegentlich lassen sich Dilatationen der begleitenden Venen nach Kontrastmittelgabe erkennen.

  • Arteriovenöse Fisteln: Vor allem pulmonale arteriovenöse Malformationen lassen sich mit Hilfe der Atemanhaltetechnik in wenigen Sekunden exakt abbilden.

Nachteile

Der größte Nachteil der Computertomographie liegt in der Anwendung ionisierender Strahlen. Die Indikation muss daher insbesondere bei Kindern und während der Schwangerschaft streng gestellt werden. Vor der Durchführung einer CT sind die Kontraindikationen für die Anwendung jodhaltiger Kontrastmittel zu beachten ( Niereninsuffizienz , Hyperthyreose , Kontrastmittelallergie). Zahlreiche moderne Embolisationsmaterialien (z.B. Coils, Plugs) oder Osteosynthesematerial führen außerdem aufgrund ihrer hohen Röntgendichte zu Artefakten, weshalb die Aussagekraft postinterventioneller Computertomographien eingeschränkt sein kann.