CLOVES-Syndrom

Autor/en

Klassische balloniert wirkende Hyperplasie des rechten Fusses sowie der Zehen eins bis vier rechts bei CLOVES Syndrom. Beachte auch das „Sandal-gap“ zwischen der ersten und zweiten Zehe sowie die Syndaktylie der zweiten bis vierten Zehe

Typische asymmetrische, einige Zehen besonders betreffende Hyperplasie der Füsse bei CLOVES Syndrom. Beachte auch den vor allem links ausgeprägt vergrößerten Abstand der 1. und 2. Zehe („sandal gap“)

Großwuchs der rechten unteren Extremität und der Füsse beidseits bei CLOVES Syndrom. Der Oberkörper und insbesondere die Arme sind dagegen milde hypoplastisch

Großlumige , abdominell einmündende Marginalvene in der Phlebographie bei CLOVES Syndrom. Diese Venen müssen verschlossen werden da sie ein erhöhtes Thromboembolie / Lungenembolie Risiko beinhalten

An der linken Thoraxwand zeigt sich eine kombinierte kapillär -venöse Malformation. Beachte zudem die große, lateral gelegene, erweiterte und dysplastische Vene im Sinne einer thorakalen Marginalvene bei CLOVES

Ballonierte Hyperplasie der Füsse beidseits sowie einzelner Zehen mit lateral betonten, kissenartigen venösen Malformationen beidseits bei CLOVES Syndrom. Zudem kapilläre Malformationen, gut sichtbar an der zweiten Zehe rechts

Definition: Das CLOVES-Syndrom (CLOVES: Congenital Lipomatous Overgrowth, Vascular malformations, Epidermal nevi, Scelettal anomalies) ist vor allem durch die Kombination von regionalem Überwuchs mit starker Weichteilkomponente und Gefäßmalformationen vom kapillären , venösen, lymphatischen und auch (seltener) arterio-venösen Typ charakterisiert.

Genetische Grundlage: Das CLOVES-Syndrom tritt sporadisch (nicht familiär) auf. Es beruht auf einem genetischen Mosaik. Ursächlich sind somatische (nur im betroffenen Gewebe vorhandene) autosomal dominante Funktionsgewinn-Mutationen im Onkogen PIK3CA. Die mutationsbedingte konstitutive Aktivierung von PIK3CA führt zu einer Überaktivierung des PI3K (Phosphatidylinositol-3- Kinase)/AKT/mTOR-Signalwegs und bewirkt verstärktes Zellwachstum und Anti-Apoptose.

Klinisches Erscheinungsbild:

Der regionale Überwuchs mit vorherrschender Weichteilkomponente ist bereits bei Geburt vorhanden und betrifft am häufigsten die Füße. Der „CLOVE-Fuß“ hat ein charakteristisches Aussehen: Verbreiterung insbesondere des Vorfußes („ballonierte Hyperplasie “), fibroadipöse Weichteilvermehrung, Sandalenlücke.

Einzelne oder mehrere Zehen können vom Überwuchs betroffen sein. Im Gegensatz zum Proteus-Syndrom bleibt trotz des oftmals massiven Überwuchses einzelner Knochen deren Form weitgehend erhalten. Desweiteren finden sich Lipomatosen, mitunter großflächig, besonders am Rumpf. Häufig weisen Patienten mit CLOVES-Syndrom auch Lipoatrophien auf, diese betreffen meist die Arme. Der zugrundeliegende Mechanismus der Fettgewebsdysregulation ist bisher nicht verstanden.

Epidermalnävi erscheinen als hautfarbene bis graubraune erhabene streifige Veränderungen mit samtig weicher, z.?T. papillomatöser Oberfläche.

Gefäßmalformationen können Kapillaren (KM), Venen (VM) und/oder Lymphgefäße (LM) betreffen, weiterhin können seltener auch arterio-venöse Malformationen (AVM) auftreten. Charakteristisch sind kapilläre Malformationen (anfangs häufig purpurfarben, später abblassend) im Bereich des Rumpfes. Die venöse Malformation führt oft zu großen Marginalvenen, die bis in den Thorax reichen können. Die arterio-venösen Malformationen befinden sich häufig in der Nähe der lipomatösen Massen oder durchsetzen diese; auch gibt es sie gehäuft paraspinal .

Therapie: Multidisziplinär und symptomatisch. Abklärung und Behandlung (v. a. Marginalvenen) vaskulärer Malformationen und ggf. Thromboseprophylaxe in Risikosituationen. Wegen des asymmetrischen Extremitätengroßwuchses orthopädische Betreuung; Hilfsmittel (Korsett, Schuhe), physiotherapeutische Maßnahmen. Wachstumslenkung durch Epiphysiodese und ggf. Resektion von Fuß- oder Handstrahlen.

Komplikationen: Cave: Lungenembolie als Folge tiefer Venenthrombosen und Thrombembolien.