Arteriovenöse Malformation, Arteriovenöse Fistel

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klinischen Erscheinungsbild
Computertomographischer Nachweis einer pulmonalen AVF (Pfeil) bei einer Patientin mit M. Osler (HHT)

 

 

Bild links: Angiographische Darstellung einer direkten Verbindung zwischen Pulmonalarterie und - vene i.S. einer pulmonalen arteriovenösen Fistel (AVF, Pfeil), Bild rechts: Angiographische Darstellung vieler Kurzschlussverbindungen ( Shunts ) zwischen arteriellem und venösem System i.S. eines Nidus (Stern) bei einer AVM des Daumens

 

Eine arteriovenöse Fistel (AVF) ist eine unphysiologische, direkte einfache Verbindung zwischen einer Arterie und Vene . Das normalerweise Arterien und Venen verbindende Kapillarbett wird in diesem Fall umgangen, so dass eine Kurzschlussverbindung ( Shunt ) entsteht. Eine AVF kann angeboren oder durch Trauma erworben sein.

Eine angeborene AVF stellt die einfachste Form einer arteriovenösen Malformation (AVM) dar. Diese sind, wie alle vaskulären Malformationen, nicht erworben und sind durch mehrere Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und Venen unter Umgehung des normalerweise zwischengeschalteten Kapillarbettes charakterisiert. Die Gefäße, die die Kurzschlussverbindungen zwischen arteriellem und venösem System bei einer AVM bilden, können unterschiedliche Anzahl, Diameter , Längen und Konfigurationen aufweisen, und werden in ihrer Gesamtheit auch als Nidus bezeichnet.

Aufgrund des schnellen Blutdurchflusses innerhalb einer AVF und einer AVM zählen diese zu den fast-flow Läsionen. Periphere, nicht im zentralen Nervensystem lokalisierte AVM können in jedem Organsystem auftreten und sowohl oberflächliche, tiefe als auch kombinierte Ausbreitungsformen vorweisen. Diese Variabilität spiegelt sich auch im breiten klinischen Erscheinungsbild der AVM. Die häufigsten anatomischen Lokalisationen einer AVM sind der Hals/Kopf-Bereich (47.4 %) und die Extremitäten (28.5 %).