Arterio-venöse Malformation

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EFOH
Beispiel einer arteriovenösen Malformation die vor der Operation mit Ethylen-Vinyl Alkohol Kopolymer (EVOH) embolisiert wurde. Beide HE-Bilder zeigen vermehrte, erweiterte arterialisierten Blutgefäße die embolisiert sind. Man erkennt hier das Embolisat EVOH (schwarz) innerhalb der durch das Embolisat ausgefüllten zahlreichen Blutgefäße, bei denen sich histologisch nach dieser Behandlung nicht mehr sicher zwischen Arterien und Venen unterscheiden lässt

Ausgedehnte Arteriovenöse Malformation der Leber: Beteiligung der Leber im Rahmen einer Hereditären hämorrhagischen Teleangiektasie mit deutlich erweiterten und vermehrten Gefäßanteilen die die Leberschnittfläche praktisch komplett durchsetzen (oben links und oben rechts). Auch histologisch sieht man in der HE-Färbung (unten links und unten rechts) stark erweiterte und in der Zahl vermehrte Arterien und Venen auf der Leberschnittfläche

Arterio-venöse Malformationen sind biologisch relativ aggressive Malformationen, die aufgrund des arteriellen Drucks bei Bestehen von nur kleinen Resten immer wieder zu Rezidiven neigen und sogar proliferieren können. Sie bestehen aus zahlreichen malformierten Arterien, Venen und Kapillaren mit direkter Verbindung zwischen Arterien und Venen (arterio-venöse Shunts ). Es ist allerdings zu sagen, dass sich diese arterio-venösen Shunts histologisch nur sehr schwer direkt erkennen lassen. Klinisch präsentieren sie sich abhängig von ihrer Lokalisation sehr vielgestaltig: sie können als rote, warme, pulsierende Raumforderung imponieren, sie können zu Ulzerationen und venöser Hypertonie führen. Ein sehr großes Shuntvolumen kann auch zu einer kardialen Belastung führen.

Histologisch fallen große Venen und Arterien sowie kleine Blutgefäße in einem fibrösen oder fibromyxoiden Stroma auf. Die Arterien und Venen sind in ihrem Aufbau gestört und zeigen teilweise sehr dicke Wände mit deutlicher Fragmentierung der elastischen Fasern. Die Ausbildung arterio-venöse Shunts lässt sich in den histologischen Präparten nur sehr schwer finden. Die Venen weisen hier dann auf Grund der Druckveränderung sehr dicke Wandungen mit Verbreiterung der Intima auf, während Venen in anderen Abschnitten teilweise auch sehr dünnwandig werden können.