Angiosarkom

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Koagulopathie
Makroskopische Beispiele für Angiosarkome: Oben links und oben rechts erkennt man Angiosarkominfiltrate der Brust bei Zustand nach Mammakarzinom mit Strahlentherapie. Auf der Haut erkennt man einige blau-rote Läsionen (oben links), auf der Schnittfläche sieht man neben Fettgewebe mehrere knotige Herde mit rot-brauner Schnittfläche. Unten links ein Beispiel eines Angiosarkoms im Bereich des Fettgewebes, unten rechts Lebergewebe mit ausgedehnten Anteilen eines Angiosarkoms

Histologie der Angiosarkome: Hautgewebe mit diffusen Infiltraten eines Angiosarkoms (oben HE-Färbung, unten immunhistochemische Darstellung von CD31). Man erkennt sowohl in der HE-Färbung als auch in der Immunhistochemie atypische Blutgefäße mit deutlich vergrößerten Kernen der Endothelien. Insgesamt fällt das dicht gepackte Zellbild auf. Angiosarkome sind als Gefäßtumoren zellreicher als Gefäßmalformationen

Angiosarkome sind maligne mesenchymale Tumoren die dem Endothel entstammen. Sie können in jedem Alter entstehen, die höchste Inzidenz liegt jedoch anders als die meisten Gefäßanomalien in der siebten Lebensdekade. Im Kindesalter sind sie hingegen sehr selten. Die Ätiologie ist in den meisten Fällen unklar, ein Teil ist mit einer Strahlenexposition oder einem chronischen Lymphstau assoziiert. Häufig entstehen sie in der tiefen Muskulatur der Extremitäten (ca. 40 %), sie können aber auch im Retroperitoneum , im Mediastinum oder mesenterial entstehen.

Klinisch imponieren Angiosarkome als schmerzhafte, rötliche knotige Raumforderung, häufig assoziiert mit weiteren Symptomen wie einer Koagulopathie, einer Anämie oder persistierender Hämatome .

Histologisch sind Angiosarkome sehr vielgestaltig. Neben Arealen mit fast regelrecht ausgebildeten Blutgefäßen mit nur leichten Atypien der Endothelien kommen auch solide Zellverbände oder spindelzellige Areale mit starken Atypien zur Darstellung, Mitosen können vermehrt sein, teilweise sieht man auch Nekrosen . Exzessive Blutungen können das Bild eines Hämatoms imitieren, so dass hier eine sorgfältige histopathologische Aufarbeitung notwendig ist.